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Die jungen Jäger

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Die "Jungen Jäger" sind die "Jugendorganisation" der Jägervereinigung Ansbach

Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass sich der Nachwuchs bei verschiedensten Aktivitäten zusammenfindet und sich für die Zukunft der Jagd einsetzt. 

Jedes junge Mitglied der Jägervereingiung Ansbach zwischen 16 und 40 kann sich bei den "Jungen Jägern" engagieren.

Ihr Ansprechpartner:

Tobias Paton Sanchez | Weiherfeld 6 | 91522 Ansbach | Handy: 0171-9392757 |


Aktuelle Gesetzesänderung in der Praxis – Junge Jäger Ansbach wurden auf Schalldämpfer geschult

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Ansbach / Flachslanden – Die Bayerischen Jäger können nun auf Antrag einen Schalldämpfer für Ihre Jagdwaffen erhalten. Welche Wirkung ein Schalldämpfer in der Praxis zeigt, konnten nun die „Jungen Jäger“ der BJV Kreisgruppe Ansbach erleben. Hubert Bodächtel, 2. Vorsitzender der Jägervereinigung Ansbach u. U. e. V., führt aufgrund seiner früheren Tätigkeit im Ausland schon seit Jahren einen Schalldämpfer auf seiner Jagdwaffe und zeigte nun die Vor- und Nachteile beim praktischen Schießen.

Bei den „Jungen Jägern“ handelt es sich um alle Mitglieder bis ca. 40 Jahre im Bayerischen Jagdverband (BJV). Diese Zielgruppe zeigt erfahrungsgemäß großes Interesse an technischen Neuheiten und besonders am Schalldämpfer, da diese in der Regel noch ein intaktes Gehör haben.

 Vorbesprechung im Revier
Vorbesprechung im Revier.
Am 19. September folgten ca. 15 Personen der Einladung nach Flachslanden und ließen sich von Hubert Bodächtel das Schießen mit dem Schalldämpfer praktisch vorführen. Viele Teilnehmer zeigten sich überrascht, dass beim Schuss mit einer entsprechend ausgestatteten Jagdbüchse nicht wie erwartet ein leises „plopp“ wie aus den Kinofilmen, sonder ein doch noch sehr deutlicher Schussknall zu hören ist. Bodächtel erläuterte, dass ein Schalldämpfer zwar den Mündungsknall eindämmen kann, nicht aber den Überschallknall, den ein Jagdgeschoss beim Flug erzeugt. Deshalb gehört ein geräuschloses schießen in das Reich der Fabel und der Mythos, dass der Schalldämpfer ein lautloses Wilderer Werkzeug sei, wurde widerlegt.

Entscheidend ist aber, dass ein Schalldämpfer den Schussknall und den damit verbundenen Schalldruckpegel am Ohr des Jägers, um ca. 20 dB deutlich senken kann. Jagdbüchsen können einen Schalldruck von bis zu 157 dB erzeugen und eine Senkung um eben diese 20 dB bedeutet, dass der Schalldruckpegel auf ein für das Gehör erträgliches Maß gesenkt wird. Zum Vergleich: Ein Düsentriebwerk eines Verkehrsflugzeuges bei Volllast erzeugt einen Schalldruck von ca. 140 dB. Je kleiner das Kaliber der Büchse ist, desto besser die Dämmwirkung.

Grundsätzlich sollte aber bei großen Kalibern weiterhin ein individueller Gehörschutz verwendet werden, da der Schädigungsbereich für das menschliche Gehör schon bei 90dB beginnen kann.

 Die Montage ist denkbar einfach: nur aufschrauben
Die Montage ist denkbar einfach: nur aufschrauben.
Unterstützt wurde dieses Seminar durch Büchsenmachermeister Heinrich Schiller und sein Team. Diese hatten verschiedene Dämpfer mitgebracht und erklärten die technischen Unterschiede. Neben den verschiedenen Montagearten wie „overbarrel“ oder mündungsbündig erklärte Heinrich Schiller auch den Aufbau eines Schalldämpfers sowie die Vor- und Nachteile der dafür verwendeten Werkstoffe.

Weiterhin erklärte Schiller, was beim Umbau einer Büchse alles beachtet werden sollte und welche Kosten zu erwarten sind. In der Regel wird bei einer Jagdbüchse vom Büchsenmacher nachträglich ein Gewinde an der Mündung angebracht. Hierbei ist zu beachten, dass diese Veränderung des Büchsenlaufes eine nachträgliche Prüfung durch das staatliche Beschussamt und damit weitere Kosten erfordert. Als grobe Richtlinie müssen Gesamtkosten von 400,- bis 700,- EUR für die Anschaffung eines Schalldämpfers veranschlagt werden.

Nach dem praktischen Schießen setzten sich die Teilnehmer noch im Seminarraum zusammen und Hubert Bodächtel erläuterte, wie ein Schalldämpfer beim Landratsamt beantragt werden kann. Obwohl viele der „Jungen Jäger“ eine stärke Dämpfungswirkung erwartet hatten, trafen doch schon einige der Teilnehmer gleich nach dem Seminar die Entscheidung in einen Schalldämpfer zu investieren. Denn ist das Gehör erst einmal durch einen Geschossknall geschädigt, lässt sich dieser Schaden kaum mehr heilen.

 Der Schuss mit Schalldämpfer
Der Schuss mit Schalldämpfer.
Trotz Schalldämpfer ist der Schuss aus einer Jagdwaffe noch laut, schont aber das Gehör eines Jägers entscheidend.

alle Fotos auf dieser Seite © Simon Deffner